Gegenwehr

Zuerst habe ich natürlich versucht, die Sache im Guten zu klären. Auf meinen ersten Protest hin war ich im Sprung nach oben gestuft worden (von Waystage nach Threshold 2), aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Noch immer hatte ich zwar nicht mehr mit dem Urschleim zu kämpfen, aber doch mit einem lang absolvierten Niveau, mit dem ich mich nicht stundenlang auseinandersetzen wollte, nur weil Wall Street das will. Ich habe ohnehin nie verstanden, warum aus einem Vertrag für den Käufer, der ja eigentlich nur das Geld zu leisten hat, jede Menge Pflichten erwachsen sollen, nicht aber für den, der das Geld erhalten hat. Allein diese Konstruktion war einigermaßen exotisch. Dass dabei auch noch das Kurskonzept den Ideen von Anno dazumal folgt, ist bedauerlich, aber leider in der Tat kein Kündigungsgrund im rechtlichen Sinne.

Zuerst war ich also bei der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale, die mir auch nur nahelegte, die Sache entweder gütlich oder über die Bildzeitung zu lösen. Spätestens mit der Drohnung mit einem Prozess würde sich die Sache dann in Nichts auflösen. Gütlich war schon gescheitert, die Bildzeitung ist nicht mein Stil, also blieb nur der Prozess. Ich wollte die Sache nicht so hoch hängen und begann zunächst mit einem Mahnbescheid.

Entgegen der Hoffnung der Verbraucherzentrale ging Wall Street English aber nicht in sich, sondern wies den Mahnbescheid zurück, womit wir dann automatisch beim Gericht landeten. Die Gerichtsmühlen in Deutschland mahlen langsam, auch die Reaktionszeiten von Wall Street ließen gelegentlich die Hoffnung aufkommen, man ließe die Sache mit einem Versäumnisurteil bewenden. Die befragten Anwälte machten mir auch wenig Hoffnung. Einer sagte mir nach Durchsicht des Vertrages, es handele sich dabei um "einen kunstvollen Tanz am Rande der Legalität". Ich habe es trotzdem durchgezogen, auch, weil ich inzwischen diverse Onlineportale durchgesehen hatte, in denen Leute ähnliches berichten, die aber in einer deutlich schlechteren Beweisposition sind als ich. Ich wollte die Sache zumindest nicht ohne Gegenwehr ausgehen lassen und gelegentlich gewinnt ja auch mal jemand gegen Wall Street, wie die Stiftung Warentest vermeldet. Auch bei der FAZ kann man nachlesen, dass Fachleute dem WSI skeptisch gegenüber stehen - eine Formulierung, die gewählt wird, wenn man sich als Institution nicht gleich einen Prozess einfangen will.

Jedenfalls habe ich den Prozess geführt und verloren. Unter anderem deshalb, weil ich glaubte, der Richterin käme es zuerst auf die Punkte an, die sie in der mündlichen Verhandlung zur Sprache brachte. Deshalb habe ich meine auf dem Tisch liegende Entgegnung zu den in wichtigen Details fehlerhaften Erklärungen des gegnerischen Anwalts nicht vorgelegt. Die Urteilsbegründung lässt vermuten, dass das ein Fehler war. Naja, hinterher ist man immer schlauer.

Hier übrigens ein paar Links mit Meinungen anderer:

  • Trustpilot. Hier sammelt WSI sein Feedback. Ob alle Meinungen dort die von Teilnehmern sind, wird von außen schlecht zu beurteilen sein. Jedenfalls kommt man dort nur mit einem von WSI versandten Link hinein.
  • ciao.com - hier lohnt es sich, die verschiedenen Sortierfunktionen zu testen, um sich ein Bild zu machen
  • Dooyoo.de - auch mal Sortierfunktion nutzen
  • Kununu - wie empfehlenswert ist ein Unternehmen für die Mitarbeiter?
  • GuteFrage.net - die Ratgeber-Community
  • wer-weiss-was.de - nicht mehr neu, aber ausführlich und erhellend
  • Yelp.de - kann man auch sortieren, lohnt aber aktuell noch nicht.
  • TEFL Blacklist - französische Trainererfahrungen mit dem dortigen Ableger
  • Im Forum Computerbetrug - jawoll, auch dort findet sich WSI!
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